Wer durchs tasmanische Mole Creek fährt, muss das zweimal machen oder in den endlosen Wäldern verbleiben, durch die keine Straße führt. Mole Creek ist das letzte Dorf vor dem große Nationalpark. Wenige Häuser - und eine Tankstelle.
Dort erschrecke ich die Tankstellenfrau, als ich mit unserem Wohnmobil unter das Vordach brause, mit einem Zentimeter Luft zwischen dem fahrenden und dem stationären Dach. Sie hatte es schon chrashen gehört, ich an die Höhe gar nicht gedacht. Sie freut sich über Kunden, besonders von ganz weit weg. Sieben Tage sitzt die Vierzigjährige von 9 am bis 5 pm in der Tankstelle. Manchmal leistet ihr die Mutter Gesellschaft. Kommt jede Stunde jemand tanken? Der Ehemann schraubt in der Werkstatt an Autos und Landmaschinen. Vielleicht 25, vielleicht 30 einheimische Familien, dazu nicht allzu viele Touristen wollen ihren Sprit bezahlen.
Mole Creekt hat eine Post (Sossenheim mit 20.000 Einwohnern hat keine mehr). Das kleine Holzhaus der Post in der australischen Post-Farbe knallrot angestrichen und hat am Nationalfeiertag selbstverständlich geschlossen. Da schlurft der offensichtliche Postoffice-Vorsteher herbei, leert den Briefkasten, schaut schon mal, wer die drei Briefe geschrieben hat und holft einen Gartenschlauch hervor. Die Blumen welken schließlich auch an Feiertagen. Doch es werden nicht nur die Pflanzen gewässert, sondern das ganze Haus gewaschen. Unter dem Dach die Spinnweben entfernt, Sorgsam die die Außenwände geschrubbt, die Fenster geputzt. Es ist Feiertag. Der Postchef sieht zufrieden aus. Ob diese Aufgaben im Arbeitsvertrag des Mannes stehen?
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