Mittwoch, 29. Januar 2014

Nachtrag zu Neuseeland

http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=/2014/01/29/a0127

So sind sie, die Neuseeländer ;-)

Übrigens den Naturburschen in Tasmanien nicht unähnlich. Der, immer eine Angel unterm Arm, die Axt über der Schulter (man braucht ständig Holz für Lagerfeuer, das Entstehen der Buschfeuer ist für mich nun kein Rätsel mehr), das Boot am Haken.

Wie meinte heute unser Camping-Chief, oh Gott, Tasmanien, das ist doch nicht Australien. So ist es. Der Common Australien hat die Axt gegen das Surfbrett getäuscht, reitet schon als Baby auf den Wellenkronen und genießt das Leben in hippen Bars. Nur die Liebe zum 4WD SUV ist nach wie vor in seiner DNA verankert. Und diese Radpanzer fährt nur der Mann. Hatte schon geglaubt, neben Saudi Arabien wäre auch hier Frauen das Steuern von Autos verboten, heute sah ich jedoch eine Frau hinterm Lenker (allerdings nur auf dem Campingplatz).

Dienstag, 28. Januar 2014

Kulturschock

Die Billigflugtochter der Quantas akzeptiert in Hobart ohne Stirnrunzeln die 8 kg Übergepäck und bringt uns in 90 Minuten nach Sydney. Dort wartet schon der dritte Camper auf VW-Transporter-Basis auf uns. Markentingtechnisch glänzt Maui nicht. Das erste Wohnmobil war mistneu und ging mit uns auf Jungfernfahrt, das zweite hatte gut 30.000 km drauf, das heutige fast 44.000, und das merkt man dann den Kisten schon an. Umgekehrte Reihenfolge hätte uns mehr gefreut. 

Motormäßig sind die Karren super, die Dieselmaschine zieht ordentlich durch, das Automatik-Sechsgang-Getriebe schaltet optimal.

Dann gehts los - anders als das Foto von unserer ersten Station am Pazifik vermuten lässt.


Hatte man in Tasmanien die Straße für sich, fädelt man sich in tausende anderer Fahrzeuge ein. Das Navi stockt in Sydneys Highway-Tunneln, Brücken kommen dem Aufbau gefährlich nahe, aus zwei Spuren werden vier, rechts und links überholende Trucks, die einen fast mitsaugen.

Die Badeorte voller Menschen - und Autos. Gibts einen Supermarkt kann man das 7,20 m-Schiff nicht parken, gibts Parkplätze, sucht man vergeblich Lebensmittel. Aldi, den es hier an vielen Ecken gibt, verkauft an uns keine Schnitte. 

Schließlich finden wir einen Spar-Markt und einen fußläufig erreichbaren Parkplatz und können Oliven, Humus, Honig, Käse, Lachs und Obst bunkern - und richtiges, crusty Brot.

Mindestens drei Tage jetzt nicht mehr über hochgeklappte Bürgersteige in tasmanischen Badeorten lästern. 

Schließlich schaffen wir es zum Caravan Park Blue Lagon, direkt am Pazifik, Jutta richtet uns in der fahrbaren Wohnung für die nächsten knapp drei Wochen ein. Sie plädiert für langsames Angehen dieser dritten Etappe, SIE müsse schließlich im März wieder arbeiten.



Montag, 27. Januar 2014

Das Leben ist eine Tankstelle

...oder auch eine Post.

Wer durchs tasmanische Mole Creek fährt, muss das zweimal machen oder in den endlosen Wäldern verbleiben, durch die keine Straße führt. Mole Creek ist das letzte Dorf vor dem große Nationalpark. Wenige Häuser - und eine Tankstelle.

Dort erschrecke ich die Tankstellenfrau, als ich mit unserem Wohnmobil unter das Vordach brause, mit einem Zentimeter Luft zwischen dem fahrenden und dem stationären Dach. Sie hatte es schon chrashen gehört, ich an die Höhe gar nicht gedacht. Sie freut sich über Kunden, besonders von ganz weit weg. Sieben Tage sitzt die Vierzigjährige von 9 am bis 5 pm in der Tankstelle. Manchmal leistet ihr die Mutter Gesellschaft.  Kommt jede Stunde jemand tanken? Der Ehemann schraubt in der Werkstatt an Autos und Landmaschinen. Vielleicht 25, vielleicht 30 einheimische Familien, dazu nicht allzu viele Touristen wollen ihren Sprit bezahlen. 

Mole Creekt hat eine Post (Sossenheim mit 20.000 Einwohnern hat keine mehr). Das kleine Holzhaus der Post in der australischen Post-Farbe knallrot angestrichen und hat am Nationalfeiertag selbstverständlich geschlossen. Da schlurft der offensichtliche Postoffice-Vorsteher herbei, leert den Briefkasten, schaut schon mal, wer die drei Briefe geschrieben hat und holft einen Gartenschlauch hervor. Die Blumen welken schließlich auch an Feiertagen. Doch es werden nicht nur die Pflanzen gewässert, sondern das ganze Haus gewaschen. Unter dem Dach die Spinnweben entfernt, Sorgsam die die Außenwände geschrubbt, die Fenster geputzt. Es ist Feiertag. Der Postchef sieht zufrieden aus. Ob diese Aufgaben im Arbeitsvertrag des Mannes stehen? 



Sonntag, 26. Januar 2014

Central Plateau

...schon langsam auf dem Rückweg Richtung Flieger, heute bei wolkenlosem Wetter. 


...am Great Lake...


...der Weg zum See sollte kein leichter sein. 


Devils Gullet

Tief hat sich der Fisher River in den Berg gefressen.  Fantastische Aussicht auf Great Western Tier. Am Horizont beim ersten Foto "der" tasmanische Berg, Cradle Mountain. 






Samstag, 25. Januar 2014

Allein im Wald

Heute Nachmittag hat sich Jutta für die Wanderung ausgeklinkt. Erkältung. Woher auch immer der Virus stammen mag.

Der Weg zu den Wasserfällen des Lobster geht gemütlich los. Dann wird die Markierung dünner, die Preparierung des Weges schlechter. Geröllige Steigungsstrecken, auf schmalem Grat Abgründe entlang, umgestürzte Bäume, kein Buschmesser dabei. Solche Wege bin ich schon gegangen, aber auch mal böse gestürzt - und gehunfähig liegen geblieben. Vorsichtshalber gecheckt, ja schwacher Handyempfang noch da.



Wo und wie gehts hier weiter? Verschiedene "Vorgänger" haben verschiedene Lösungen gefunden. Welchem Trampelpfad folgen? Da entdecke ich drei rote Schleifen an Büschen, wo ich niemals langgegangen wäre. Hilfreicher Tipp oder kleiner Scherz. Ich entscheide mit für Tipp, was gut ist.

Denn schließlich rauscht es doch.


Nur noch 20 m die Felsen runterhangeln, damit man auch richtig etwas sieht.



Ein wunderschönes Fleckchen - und ganz für mich, denn für heute bin ich der Letzte, der diesen anstrengenden Weg angetreten hat. 

Auf dem Rückweg verlaufen. Schön, dass ich weder Print- noch Digi-Karte dabei habe. Hier ist bislang immer jeder Trail intensivst gezeichnet gewesen. Versuche mich mit Hilfe des Kompasses in Richtung des Pfades durchzuschlagen. Kreuze einen kleinen Weg, schlage den ein - und um drei Bäume rum, da sind die Schleifchen im Busch. 

Also weiter. Nach vielleicht einem Kilometer komme ich an einen Bach, der zu durchqueren ist. Auf dem Hinweg gab's keinen Bach. Also zurück zu den Schleifen, dort noch einmal Alternativen checken. 


Ende gut - gesund und glücklich. Jutta hat die Zeit verschlafen.

Wiesen, Wälder, Tiere

Heute ist Natur pur angesagt. Zuerst durch den Wald zum Lookout Alum Cliff.


Anschließend müssen wir endlich mal dem Tasmanischen Teufel die Hand reichen. Dem fleischfressenden Beuteltier, nur hier vorkommend, der sich aber gern agressiv geräuschvoll mit Artgenossen um die Beute streitet, was zu Ruf beigetragen haben mag.


Dabei sieht er eher aus wie ein Schoßhünchen.




Richtige Schoßhündchen sind dann aber die Wombats.


Und dann noch dies...


...und das:


Freitag, 24. Januar 2014

Great Western Tiers


Abendspaziergang um Mole Creek herum, wo wir erneut ein Ecke vom Ende der Welt gefunden haben. Hier im Great Western Tiers gibt es viele Wanderwege in den Bergen, die gleich hinter dem Farmland anfangen, wo es Bäche, Flüsse, Wasserfälle gibt. Aber auch die bekannten Schwarzbunten.


Doch auch exotischere Tiere wurden gesichtet. Ja, zwei Schnabeltiere, diese eierlegenden Säugetiere mit dem Entenschnabel. Eins in einem kleinen See, das andere beim Abendspaziergang konnte ausgiebig studiert werden, war es doch plattgefahren worden, wie alle paar Meter hier die australische Fauna auf dem Asphalt verendet.


Da sind wir übrigens!


Mittwoch, 22. Januar 2014

Stanley, Tasmanien, Nordküste

Schon aus 35 km Entfernung sieht man, wenn die Regenschleier sich lüften, an der flachen Nordküste einen Felsen aufragen. Erinnert an Ayers Rock, wird aber The Nut Rock genannt. Ist auch nur 152 m hoch, aber eben sehr markant. Zu seinen Füßen schmiegt sich Stanley an den Felsen.

Als wir den Ort erreichen reißt schon der Sturm die Wolken auf. Es ist ja Sommer und high season. Der Campingplatz liegt zentral, auf in die City. 

18 Uhr, die Bürgersteige sind hochgeklappt. Geschäfte geschlossen. Gut, es ist nach halb fünf. Aber sie öffnen  nur Mittwochs bis Samstags. Schade, dass wir Dienstag haben, denn auch das Fischrestaurant ist für uns nur an diesen Tagen zwischen 18:00 und 21:30 h geöffnet. Ein anderer Laden zeigt das Schild, Open 10 am - 4:30 pm, most days. Aha. Nur der Apotheker versichert, er wäre 24 Stunden ansprechbar - und zwar jeden Tag. 

WiFi ist free, dafür aber so überlastet, dass Datentransit nicht funktioniert. Mal schauen, wann dieser Post auf die Reise gehen kann.


Am nächsten Morgen hat der Wind seine Arbeit vollendet, es ist wolkenlos, so dass auch er sich zur Ruhe begeben hat. Nichts wie rauf auf den Felsen. Nur 150 m, aber auf einer Strecke von nur 430 m. Keuch. Von oben herrlicher Rundblick, gäbe es die Erdkrümmung nicht, bis Sossenheim.

Wie gesagt, high season, schönstes Wetter, was tut sich am Strand?


Dieser ist zwar unendlich, aber leer. Der eine oder andere ist mit dem Bötchen raus, auf dem Nut Rock tummeln sich auch 20 Leute. Ein schöner Rundweg, wie alle Walking Trails in den Nationalparks toll angelegt. Zurück geht es knieschonend mit dem Sessellift.


Mittlerweile ist der Ort ein bisschen aus dem Schlaf erwacht und zeigt uns seine schönen Cottages, höllenalt für Australien, 1830 bis 1850 erbaut, u.a. das Geburtshaus des einzigen Premiers, der aus Tasmanien stammt.


Wir kriegen (fast) richtiges Brot! Und Jutta noch eine Kette. Am Hafen gibt gerade gefangenen Fisch, Stanley gefällt mittlerweile, uns verlässt die Lust am Weiterreisen, wir checken erneut im Holiday Park ein, einem der schönsten auf unserer Reise und springen am immer noch praktisch menschenleeren Strand ins glasklare Meer.


Montag, 20. Januar 2014

Die letzte große Wildnis...

U...mit den letzten großen unregulierten Flüssen Gordon und Franklin. Eine heftige Protestbewegung hat vor 30 Jahren dieses Weltnaturerbe vor einem Staudammprojekt gerettet (obwohl es ja Wasserkraftökostrom gegeben hätte). 

Unglaubliche Natur um diese alte Sträflingskolonie herum, die wir mittels eines Turbo-Katamarans (MTU-Maschinen) erkunden konnten. 





Die berüchtigten Hafeneinfahrten Hells Gates schaffte der Kapitän nicht alleine, doch die erste Offizierin meisterte es.



Natur pur

Unendlich weit scheint der Cradle Mountain St. Clair National Park. Die 90 km von Nord nach Süd soll man in sechs Tagen durchwandern können. Wir nahmen lieber die Straße, die zwischen ihm und dem Franklin-Gordon Wild Rivers National Park liegt - mit mehreren Abstechern in den Urwald und auf den Donath-Aussichtspunkt (den sie hier aber Donaghys Hill nennen).

Der Urwald zeigt mindesten 357 verschiedene Grüntöne. Die kann keine 8 Megapixelminikamera wiedergeben



Von dem Aussichtspunkt aus, überblickt man große Teile des geschützten Gebietes. Sieht nach Jurassic Parc aus, nur dass im Tal nicht die Brontosaurier grasen.




Spätnachmittags treffen wir auf einen Regensburger, der in Darwin mit dem Fahrrad gestartet ist und bereits 5700 km auf dem Drahtesel abgerissen hat. Sein Trinkrekord im Outback Zentralaustraliens: 23 Liter Wasser an einem Tag. 

Abends errreichen wir Strahan, die 1820 gegründete Sträflingskolonie. Die Gegend wird als rauh und unwirtlich beschrieben. Dafür würde sprechen, dass praktisch jedes Haus zum Verkauf steht, einschließlich dem alten Politzei-Gerichts-Gefängnis-Gebäude und der Kirche. Doch empfängt uns der Ort mit stahlblauem Abendhimmel. Morgen gehts von hier aus mit dem Schiff hinein in den Franklin-Gordon Wild River National Park. 


Der Duft von Eukalyptus...

...tränkt die Luft in den Wäldern um die Tungatinah Lagon. Die Mittagssonne verdunstet die ätherischen Öle aus den Blättern der Bäume. Wir machen unsere erste Wanderung, durch den noch von den Feuern des letzten Jahres gezeichneten Wald.


Viele Eukalyptusbäume überleben ja diese Buschfeuer, aber nicht alle. Selbst einige dieser Baumriesen sind tot,  Das die Feuer den Koalas nicht guttun ist klar.

Die Kabinen sind ja gestern wieder getauscht worden, die Aufgabe des Kochs, des Sommeliers, des Waiters wurden nun von mir übernommen, Jutta wurde zur Dishwasherin und Kabinenstewardes. Jutta war gleichzeitig heute Steuerfrau, ich Kapitän, selbstverständlich.

Die große Abendshow bestand aus Abwehrkampf gegen das aufziehende Mückengeschwader. Es geht uns ja nichts über Abwechslung. 

Nachmittags schaukelte uns Jutta weiter den "Rivers Run" rauf zum Lake St. Clair, im Cradle Mountain National Park, Mitte/Nordwesten Tasmaniens. 


Hier kann man noch reichlich Schnabeltiere beobachten - sollen, wir haben nämlich keins entdeckt, obwohl die in der Dämmerung hier angeblich gut zu sehen sind. Dafür kreuzte das erste Wallaby unseren Weg (eigentlich das zweite, das erste war ein Straßenverkehrsopfer).

Während im Süden Tasmaniens noch viel Farmland zu sehen war, durchfuhren wir die letzten 50 km nur Wald und Wildnis. Wenn man hält, kein Geräusch außer das Plätschern eines Flusses und die Vögel. Das gibts bei uns nicht mal im Hintertaunus. Die knapp 200 km von Hobbart bis hierhin haben wir immerhin einen Supermarkt entdeckt, in dem wir unseren Kühlschrank füllen konnten. Als wir die Kneipe gegenüber betraten, schauten uns eher finstere Gestalten misstrauisch an, Juttas Gedanken wanderten zu finstersten Stephen King Geschichten. Ich konnte ihr gerade noch ausreden, die erste Nacht hier abwechselnd Wache zu schieben, um das Überleben zu sichern. Doch wir wachten gesund und unausgeraubt auf, 20 Grad kühler als gestern, aber sonnig-angenehm.

Ein wirkliches Erlebnis gönnten wir uns noch unterwegs. THE WALL, ein Kunstprojekt in der Wildnis. Ein verrückter Künstler ist seit 8 Jahren dabei, ein 3 m hohes und 100 m langes Schnitzwandbild mit Bildern zur Geschichte der Region zu gestalten. Dagegen sind die Oberammergauer Herrgottsschnitzer nicht einmal Zwerge. Es ist nicht nur das Monumentale, auch die Ausführung lässt den Atem stocken. www.thewalltasmania.com

Hier ist es untergebracht:


Mittwoch, 15. Januar 2014

Schiffsreise

Mit dem Dampfer zu fahren ist für mich so ein Zeichen des Erfolgs von Beharrlichkeit. Wir dürften über 4000 km zurückgelegt haben - mit Fahrradgeschwindigkeit. Solche Entfernungen und dann 25 km/h, da stellt sich zunächst das Gefühl ein, wie ist das möglich, innerhalb von 2 Wochen? Langsam aber beharrlich eben.

Außerdem wird intensiv erfahrbar, dass unser Planet mit ziemlich viel Wasser bedeckt ist. 

Auf dem Schiff ist gute Laune angesagt. Bereits beim Frühstück wird gescherzt, am Pool gelacht, beim Schiffebastelnwettbewerb, bei Aerobic, wenn der Kapitän und die Offiziere auftreten immer launig locker, alles easy, bei der Showtime sowieso und der Cruise Director ist ja die gute Laune in Person. Alles funny, great, beautyful, amazing. Da fehlt dann doch der deutsche Trübsinn ab und an. Wenn's mir zu bunt wird, bleibt ja die IGM-Presseschau. Ob's auf dem Traumschiff auch so zugeht? Habe leider noch keine Minute davon gesehen. 

Doch man kann der Bespaßung auch ausweichen. Nicht nur auf die stille Treppe. In der Bibliothek findet man sogar deutschsprachige Bücher, wer's mag, kann sich auf Filme auf deutsch anschauen.

Die Leute auf dieser Reise sind eher sportlich, das Gym stets gut ausgelastet, die Joggingstrecke immer belebt, die sportlich animierten Angebote fast überlaufen. Als Ausgleich bildet sich mittags die längste Schlange vor der Burgerbude.  Es wird aber auch viel gelesen, wobei das eBook schwer auf dem Vormarsch ist. 

Der ganze Vergnügungsdampfer muss natürlich auch betrieben werden. 1100 Leute machen das. Es wird ja alles selbstgemacht, der Antrieb, der Strom, es muss in Gang gehalten und repariert werden. Licht, Ton, Bühnentechnik, Küchen... Das Ganze wäre ein gutes Muster, auch für Industrie-Service und mehr. Täglich müssen sicher mehr als 25000 Handtücher gewaschen werden. Die Lebensmittel und Getränke. Fisch wird an Bord sogar selbst geräuchert. Kranke erwarten Heilung.

Was fällt noch so auf? Amerikaner sind gerne verwirrt, wenn jemand nicht ihre Sprache spricht oder auch nur ihren Südstaatendialekt nicht versteht. Sie sind stolz auf ihre Herkunft, fällt beispielsweise in einer Show das Wort Alabama, kreischen die Eingeborenen von dort beglückt auf.

Glücklich sind auch die Australier, wenn sie erfahren, dass wir noch ein wenig hier bleiben. Jede und jeder hat Tipps, was man machen kann und sehen muss. 

Das gute Bäckerdutzend Deutsche hier an Bord genießt ansonsten bei den US-Amerikanern, Kanadiern, Aussies und Kiwis ein bisschen Exotenstatus. Ja, manche einer ist schon mal auf dem Frankfurter Airport umgestiegen, jemand war auch schon mal in Berlin oder mit einem Kreuzfahrtschiff wenigstens in Hamburg. Immerhin gibt's ein Minderheitenprogramm: Täglich deutschsprachige Infos zur Reise und sogar eine Presseschau mit den wichtigsten Agenturmeldungen aus Berlin und Umgebung. Und die osteuropäischen Servicekräfte sprechen sogar ebenfalls vielfach deutsch, zwei Fremdsprachen sind heute für jeden Hilfskellner Pflicht.

Das Beste aber - Schiffsreise heißt, man ist praktisch stationär, und die Welt kommt vorbei. Von der Nordspitze Neuseelands bis zur Südspitze, Tasmanien, Südaustralien, die Südostküste, Landschaften, Tiere (Achtung, Verwechselungsgefahr, nicht jedes runde Säugetier, was sich in der Sonne rekelt, ist ein Seelöwe), alles ohne Kofferein- und -auspacken. Wenn's denn nicht reichlich teuer wäre, würde ich gerne so nach D zurückreisen.



Dienstag, 14. Januar 2014

Melbourne...


...realy hot






Tag auf See




Himmel blau, Wind lau, Meer blauer, Ausschlafen, Lesen, Sonnen, Sport, Sauna, taz, Vorbereitung auf Melbourne, Ziele auf Hobart besprechen, Kreditkarte für USA entsperren (bislang drei zurückgewiesene Belastungsversuche lassen die Buchhalter hier aber noch nicht sonderlich nervös werden), Presseschau überfliegen, Delphine beobachten, zig Animationsangeboten ausweichen, Spiegel, relaxen, Schlemmen (mit halbwegs reinem Gewissen, siehe Sport), vorher Krawatte binden, denn heute ist Galaabend. 

Sonntag, 12. Januar 2014

Ankunft in Australien

...und zwar in Hobart auf Tasmanien. Hier haben wir heute bei bestem Wetter schon mal eine Nase genommen. In vier Tagen werden wir in Hobart wieder aufschlagen, um uns auf in die Nationalparks zu machen. 


Samstag, 11. Januar 2014

Die Tasmanische See...

...ist heute Nacht bissiger geworden. Legt unserem Schiff die eine und andere hohe Welle in den Weg, der Wind bläst heftig, in Böen 90 km/h. Dafür liegt der Kahn noch ganz ruhig im Wasser. Nicht jedes Wellental lässt er zwar aus, vor allem knartscht das Schiff unter dem Einfluss des Seitenwindes (schließlich hat er den cw-Wert des Waldstadions). Das Frühstück gar jedenfalls noch prima geschmeckt. Die Außentemperatur ist mit 11 Grad wahrscheinlich auf Sossenheimer Niveau. Gut, dann geht's halt gleich in die Sauna. 


Und tschüss


Begleitung

Tausend Kilometer vom Land entfernt umsegelt uns ein Albatross auf dem Tasmanischen Meer unter der Mittagssonne. Windstärke 6 bringt den Dampfer nicht aus der Ruhe. 

Freitag, 10. Januar 2014

Tag der Fjorde

Der fing trüb und regnerisch an. Zum Frühstück erreichten wir den Dusky Sound. 


Unsere schwimmende Kleinstadt durchfuhr eine Reihe von Engstellen, die Wälder zu Greifen nahe, manches, wie alle Berge, blieben im Nebel verborgen. 

Wieder in der Tasmanischen See ließen wir die Wolken an Land. Mittags, pünktlich zum Doubtful Sound wagten sie jedoch wieder einen Angriff. Ging unentschieden aus. 

Dann ab 16 Uhr der Milford Sound.  15 km lang, Weltnaturerbe, gern schon mal als das 8. Weltwunder bezeichnet. Wegen des steil abfallenden Mitre Peak gilt der 1700 m-Felsen als die höchste Klippe der Welt. 

Schon lugten die Gletscher aus den Wolken, die sich dann immer mehr auflösten. Mit Rückenwind in Reisegeschwindigkeit war es auf den Decks praktisch windstill. 

Die Gletscherflüge von Milfords Miniflughafen gingen im 3 Minuten-Takt los, Kajaks und Ausflugsboote duschten unter Wasserfällen. 



Neuseeland, das sind Landschaften, mit Hügeln, Bergen, unendlich vielen Vulkanen, kleinen und großen Seen, Meere. An alledem kann man sich nicht sattsehen. Die Bilder streicheln die Seele. Viele Kühe, viele Schafe, viele Vögel und die Possums, aber, die sind hier Staatsfeind Nr. 1, die muss man jagen, sie sind "die Pest", sowieso, und weil sie Kiwis fressen. 

Im Kopf bleibt Christchurch. Wenn man dort hört, was das "Nachbeben" im Februar 2011 für Folgen hatte (die Toten, die vielen Verletzten, wessen Haus bewohnbar blieb, der hatte über Monate keinen Strom, keine Wasser -und Abwasserversorgung, Lebensmittelrationierung, Arbeitsplätze weggesprengt). Aber auch die Trotzreaktionen, Dixiklos wurden geschmückt, auf den leeren Grundstücken abgerissener Häuser Miniparks, Grillplätze, Treffpunkte, Spielplätze angelegt. 

Ich las, für die Bewohner der Gegend, die noch bei tausenden Nachbeben gezittert haben, sei nichts mehr wie vorher, weil Nachbarschaften zerstört sind, viele weg gemacht haben, die ganze Innenstadt für Jahre gesperrt war. Immer ist noch nicht alles abgerissen, aufgeräumt, geschweige denn wieder aufgebaut. 

Jetzt heißt es, Australien, wir kommen. Aber langsam, Reisegeschwindigkeit 15 Knoten.