...tränkt die Luft in den Wäldern um die Tungatinah Lagon. Die Mittagssonne verdunstet die ätherischen Öle aus den Blättern der Bäume. Wir machen unsere erste Wanderung, durch den noch von den Feuern des letzten Jahres gezeichneten Wald.
Viele Eukalyptusbäume überleben ja diese Buschfeuer, aber nicht alle. Selbst einige dieser Baumriesen sind tot, Das die Feuer den Koalas nicht guttun ist klar.
Die Kabinen sind ja gestern wieder getauscht worden, die Aufgabe des Kochs, des Sommeliers, des Waiters wurden nun von mir übernommen, Jutta wurde zur Dishwasherin und Kabinenstewardes. Jutta war gleichzeitig heute Steuerfrau, ich Kapitän, selbstverständlich.
Die große Abendshow bestand aus Abwehrkampf gegen das aufziehende Mückengeschwader. Es geht uns ja nichts über Abwechslung.
Nachmittags schaukelte uns Jutta weiter den "Rivers Run" rauf zum Lake St. Clair, im Cradle Mountain National Park, Mitte/Nordwesten Tasmaniens.
Hier kann man noch reichlich Schnabeltiere beobachten - sollen, wir haben nämlich keins entdeckt, obwohl die in der Dämmerung hier angeblich gut zu sehen sind. Dafür kreuzte das erste Wallaby unseren Weg (eigentlich das zweite, das erste war ein Straßenverkehrsopfer).
Während im Süden Tasmaniens noch viel Farmland zu sehen war, durchfuhren wir die letzten 50 km nur Wald und Wildnis. Wenn man hält, kein Geräusch außer das Plätschern eines Flusses und die Vögel. Das gibts bei uns nicht mal im Hintertaunus. Die knapp 200 km von Hobbart bis hierhin haben wir immerhin einen Supermarkt entdeckt, in dem wir unseren Kühlschrank füllen konnten. Als wir die Kneipe gegenüber betraten, schauten uns eher finstere Gestalten misstrauisch an, Juttas Gedanken wanderten zu finstersten Stephen King Geschichten. Ich konnte ihr gerade noch ausreden, die erste Nacht hier abwechselnd Wache zu schieben, um das Überleben zu sichern. Doch wir wachten gesund und unausgeraubt auf, 20 Grad kühler als gestern, aber sonnig-angenehm.
Ein wirkliches Erlebnis gönnten wir uns noch unterwegs. THE WALL, ein Kunstprojekt in der Wildnis. Ein verrückter Künstler ist seit 8 Jahren dabei, ein 3 m hohes und 100 m langes Schnitzwandbild mit Bildern zur Geschichte der Region zu gestalten. Dagegen sind die Oberammergauer Herrgottsschnitzer nicht einmal Zwerge. Es ist nicht nur das Monumentale, auch die Ausführung lässt den Atem stocken. www.thewalltasmania.com
Hier ist es untergebracht: