Unser Schiff gehört zu einer amerikanischen Reederei, fährt unter maltesicher Flagge, wurde in Papenburg gebaut, hat einen griechischen Kapitän und 1. Offizier (besser, man gibt sich nicht als Deutscher zu erkennen), einen portugiesischen Hotelchef, einen englischen Restaurantmanager und elinen australischen Chefkoch. Das viele Kreuzfahrtschiffe dominierende phillipinische und indonesische Service-Personal wird hier schwer von Rumänen verdrängt (können also nicht alles Armutsflüchtlinge sein, die nach Bayern drängen). Eine interessante Entwicklung, die Asiaten werden wohl zu teuer.
Für die über 2000 Gäste gibts halt alles, vor allem gutes und reichliches Essen, viele Bars, Show-Theater, Kino, Schmuck-, Klamotten- und Art-Shops, darunter einen Apple-Laden (da freute sich mein iPad kurz, bis es merkte, für lau surfen gibts hier auch für Verwandte nicht), Bibliothek, Videothek, Vinothek, Discothek, Außen- und Innenpool, Akupunktur und Frisur, Botox und Massagen, Pilates und Squaredance, Sportstudio, Joggingparkur, Saunen, Entspannungsräume mit Wärmeliegen und auch ein Naturrasendeck, so dass man im Gras auf See picknicken kann und sogar Rettungsboote und -inseln (die erste Übung haben wir schon bestanden - bisschen beunruhigt mich nur die junge blonde Frau, die auf der Brücke immer um den griechischen Kapitän herumwirbelt).
Ich bin ein bisschen fußlahm, hoffe aber, das renkt sich wieder ein. Auf dem Liegestuhl, die nicht zu ferne Küste im Blick, durchpflügen wir das Meer. Eine laue Nacht.
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