Mittwoch, 19. Februar 2014

Urlaubsfreuden-Abriss

In Bangkok toben Straßenschlachten. Gestern wurde eine Bombe in die Polizeikette geworfen, Einige Demonstranten sind bewaffnet, die Poliztei schießt scharf zurück. 25.000 Polizisten sind in Bangkok zusammengezogen. Eins, zwei Blocks weiter Urlaubsfreuden zu genießen, das geht bei mir nicht. 

Man sieht auch ein Lehrstück aus °!!!!!!!Medien und Wirklichkeit. In deutschen Medien wird berichtet nur noch 5.000 Demonstranten. Das mag daran liegen, dass der Korrespondent der ARD in Singapur sitzt und die Regierungsverlautbarungen abschreibt. Allein in unserer Ecke, sind mehr als 10.000 Leute auf der Straße, einer von sieben Domo-Schwerpunkten.

Unser Viertel wird von Demonstranten blockiert und kontrolliert. Kein Polizist, der Demo-Ordnungsdienst entscheidet, wer rein und rauskommt. Die bislang heitere Stimmung kippte nach der Gewalt gestern deutlich. 

Heute morgen machten sich von hier tausende auf den Weg zu den Schwerpunkten der Auseinandersetzung um die Regierungsgebäude. An den Schaltstellen agierten nun m.E. "Profikämper" analog Schwarzem Block bei uns. Ausgerüstet mit Gasmasken und Helmen. Materialien für Barrikaden sind herbeigeschafft, große Wände, alte Autoreifen.

In unserem Viertel blockieren die Regierungsgegner eine zentrale Kreuzung:


Dazu die entsprechenden großen Straßen für mehrere hundert Meter. Aufgbaut ist eine Infrastruktur von Massenverpflegungsständen bis zum mehr als hundert Devotionalienständen.


Wie das hier geräumt werden könnte, mag man sich nicht vorstellen. Tausende Zelte sind aufgebaut.


Hier in einer Randlage "unserer Blockade", aber das geht dann ungeordneter bis ins Zentrum hinein.


Touristen werden freundlich behandelt, wenn sie nicht gerade agierende "Anführer" fotografieren. Die Hotels sind teilweise nicht erreichbar, haben eigene, bescheidenen Sicherheitsdienste und versuchen, die Demonstranten draußen zu halten.


Unser Hotel empfiehlt den Gästen, das Haus nicht zu verlassen, bittet wegen der Versorgungsschwierigkeiten um Verständnis, dass die Bettwäsche nicht mehr täglich gewechselt wird und hat die Restaurantzeiten eingeschränkt, ich nehme an, damit das Personal nicht erst um Mitternacht den Heimweg antreten muss.

Noch funktioniert die Hochbahn, die Metro, der Bootsverkehr, die Eisenbahn und der Luftverkehr einwandfrei. Heute wäre es nicht ganz einfach gewesen, zum Flughafen zu kommen. Wir hoffen, das klappt morgen. 

Aber nichts, einschließliich Militärputsch, ist hier ausgeschlossen.



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